Gräfrather Orgel

Die Orgel in der Gräfrather Klosterkirche geht auf ein im Jahr 1893 von Clemens  Schneider gebautes Instrument zurück. Dieses verfügte über 20 Register auf zwei Manualen und Pedal mit mechanischen Kegelladen in einem neobarocken Gehäuse aus Eichenholz. Der Preis lag bei ca. 6000 Mark.

Bereits 1899 zeigte sich , dass die Orgel zahlreiche Mängel aufwies, u.a. eine äußerst schwerfällige Traktur. Verschiedene Verbesserungsvorschläge wurden aber zunächst nicht umgesetzt. Erst 1911 wurden Verhandlungen mit dem bekannten Bonner Orgelbauer Johannes Klais aufgenommen. Dieser verwarf bereits vorliegende, ihm aber nicht weit genug gehende Umbaupläne und schlug vor, aus dem alten Werk nur das Pfeifenmaterial, das Gehäuse sowie die Windladen zu übernehmen und umzuarbeiten. Alle anderen Teile der Orgel sollten neu gebaut werden. Die wichtigsten vorgesehenen Neuerungen waren ein elektrisches Gebläse, ein Schwellwerk und sechs  neue Register.

Klais erhielt den Auftrag im Februar 1912, die Revision der Umbauarbeiten fand am 17. März 1913 statt.

Da die alte Schneider-Orgel von Klais sowohl technisch als auch klanglich umfassend überarbeitet und umgestaltet wurde, steht sie seinen eigenen Werken sehr nahe. Bei der dispositionell unveränderten Orgel ist das alte Pfeifenwerk weitgehend erhalten. Bemerkenswert ist vor allem, dass 12 von insgesamt 22 Registern der Achtfuß-Lage angehören. Daher ist die Gräfrather Orgel für die Interpretation romantischer Musik besonders geeignet.

Disposition  dieser Orgel, erbaut von Johannes Klais, Bonn am Rhein, anno 1912

1. Manual2. Manual Pedal  
(Hauptwerk)(Schwellwerk)
Bordun16´HornprincipalContrabass16´
PrincipalDoppelflöteSubbass16´
FlautoSologambaOctavbass
SalicionalAeoline Violoncello
DulcianaVox coelestisPosaune16´
OctaveTraversflöte
Quinte2 2/3´Flautino
KoppelI-P
SuperoctaveKoppelII-P
Mixtur4 fachPedalumfang bis d
Trompete
KoppelII-ISpielhilfen:
SubII-IHandregister
SuperII-IFreie KombinationPedalmoderator ppà ff
Jalousieschweller-TrittPiano

Forte

Tutti

Zungen ab