Conacher Orgel in der Katholischen Kirche St. Mariä-Empfängnis

Die neue Conacher Orgel in St. Mariä-Empfängnis, Solingen-Merscheid

Die Kath. Kirchengemeinde St. Mariä-Empfängnis freut sich sehr über den Erhalt der neuen Conacher Orgel aus Liverpool, England. Auf Initiative des Kirchenmusikers Stefan Buschkamp wurde das Instrument angeschafft. Die Orgel zeichnet sich durch ihren großen Fundus an Grundstimmen aus, allein im Great Organ (Hauptwerk) sind vier 8′-Register disponiert.

Das Instrument wurde 1890 von der Firma Peter Conacher & Co. in Huddersfield, England mit 19 Registern verteilt auf zwei Manuale und Pedal erbaut. 1920 wurde die Orgel in die englische Gemeinde in Liverpool aufgebaut und funktionierte über die 120 Jahre tadellos. Im Jahr 2007 musste das Instrument aus finanziellen Gründen der englischen Gemeinde verkauft werden.

Die alte Orgel in der Kath. Kirchengemeinde St. Mariä-Empfängnis war eine Walcker Orgel aus den 1930er Jahren. Sie besaß Taschenladen und eine elektro-pneumatische Traktur, die nun immer anfälliger wurde und dringend der Generalsanierung bedurfte. Die Disposition dieser Orgel rechtfertigte aber auch diese Renovierungsarbeiten nicht, da es sich um eine neobarocke Orgel handelte, die den Gemeindegesang überhaupt nicht gerecht wurde. Auch war ein künstlerischer Anspruch in keinster Weise gegeben.

Die Kirche St. Mariä-Empfängnis in Solingen-Merscheid hat ein Fassungsvermögen von über 600 Menschen, da ist eine Orgel mit einem großen Fundus an Grundstimmen dringend von Nöten. So passt die englische Orgel, die nach langen Verhandlungen und teilweise zähem Ringen angeschafft wurde, perfekt in den Raum, ob optisch oder klanglich. Sie zeichnet sich durch ihren typischen englischen Klang aus. Jedes der acht Grundstimmen ist in der tiefen Oktave ausgebaut. Das Schwell Organ (Schwellwerk) besitzt gar einen Bourdun 16′, was dem Werk eine große Gravität verleiht. Desweiteren sind im Swell wiederum vier 8′-Register disponiert, vom gravitätischen Open Diapason 8′ bis zur wunderbar runden und fülligen Rohrflöte 8′. Der Labialchor ist bis zum Fifteenth 2′ ausgebaut, durch die Swell-Super-Okctavkoppel lässt sich die Klangkrone dann noch erweitern. Außerdem stehen im Swell zwei Lingualregister, zum Einen eine sehr runde und zarte Oboe 8′ und zum Anderen ein Horn 8′, welches aber eindeutig als Trompette mit der entsprechenden Mensur gebaut ist.  Das Pedal besitzt drei Register, welche auf die reine Bassfunktion ausgelegt sind. Dabei ist zu erwähnen, dass ein offener 16′ disponiert ist und dem Instrument durch die sehr weite Mensur die nötige Erhabenheit bringt. Das Great Organ beschränkt sich auf den Ausbau bis zum Principal 4′. Als Klangkrone, besser gesagt als Klanggipfel sorgt dann die grosse Trumpet 8′. Die Becher sind in den Kirchenraum gekröpft. Besonders hervorzuheben lohnt sich die Harmonic Flute 4′, die im Kirchenraum wie eine echte Querflöte klingt. Durch den hohen Winddruck von 100 mmWS ist das Instrument sehr erhaben und füllt trotz der relativ kleinen Registerzahl hervorragend den Kirchenraum. Der neogotische Prospekt harmoniert perfekt mit dem neogotischen Teil der alten Kirche.

An dieser Stelle sei die hervorragende Arbeit des Orgelbaumeisters Siegfried Merten aus Remagen erwähnt. In liebevoller Feinarbeit hat er aus dem Puzzle an Einzelteilen die Orgel auf ein Neues erbaut und in der Intonation den ursprünglichen Charakter belassen und ergänzt.

Disposition

I. Manual (Great Organ) C bis a’’’

Open Diapason 8’
Gamba 8’
Dulciana 8’
Stopped Diapason 8’
Harmonic Flute 4’
Principal 4’
Trumpet 8’

I. Manual (Swell Organ) C bis a’’’

Lieblich Bourdun 16’
Open Diapason 8’
Rohrflöte 8’
Salicional 8’
Vox coelestis 8’
Gemshorn 4’
Fifteenth 2’
Oboe 8’
Horn 8’

Pedal Organ C – f’

Open Diapason 16’
Bourdun 16’
Flute Bass 8’

Tremulant als Tritt für Swell Organ

Koppeln (mechanisch): G>P / S>P / S>G / S Super Octave

Drei feste Kombinationen als Tritte

Vollmechanische Schleifladen für die Manuale

Pedal pneumatisch